Stehst du im Café auch manchmal vor der Tafel und fragst dich: Nehme ich heute einen Filterkaffee oder doch lieber einen Espresso? Beide Getränke bestehen aus den gleichen Grundzutaten – Kaffeebohnen und Wasser. Dennoch könnten sie geschmacklich kaum unterschiedlicher sein. Wir erklären dir die wichtigsten Unterschiede.
1. Die Röstung: Hell vs. Dunkel
Der erste Unterschied entsteht bereits in der Rösterei.
- Filterkaffee-Röstungen sind in der Regel heller. Dadurch bleiben die fruchtigen, floralen und feinen Säurenoten der Kaffeekirsche besser erhalten. Der Kaffee schmeckt oft teeähnlich und sehr komplex.
- Espresso-Röstungen werden länger geröstet und sind dunkler. Durch die längere Röstzeit werden Säuren abgebaut und Röstaromen (Schokolade, Karamell, Nuss) treten in den Vordergrund. Zudem wird die Zellstruktur der Bohne poröser, was für die Extraktion unter Druck wichtig ist.
- Tipp:* Wir bieten auch "Omni-Roasts" an – Röstungen, die so ausbalanciert sind, dass sie sowohl als Filterkaffee als auch als Espresso hervorragend schmecken.
2. Die Zubereitung: Zeit vs. Druck
- Filterkaffee wird drucklos zubereitet (z.B. Handaufguss, Chemex, Moccamaster). Das heiße Wasser fließt langsam durch das Kaffeepulver und den Filter. Die Extraktionszeit liegt meist bei 2 bis 4 Minuten.
- Espresso wird unter hohem Druck (ca. 9 Bar) in einer Siebträgermaschine zubereitet. Das Wasser wird in nur 25 bis 30 Sekunden durch das sehr fein gemahlene Kaffeepulver gepresst. Dadurch entsteht auch die charakteristische Crema.
3. Der Mahlgrad
Da Espresso in sehr kurzer Zeit extrahiert wird, muss der Mahlgrad sehr fein sein, um dem Wasser genügend Widerstand zu bieten. Filterkaffee benötigt einen mittleren bis groben Mahlgrad, damit das Wasser nicht zu lange staut und der Kaffee nicht bitter wird.
4. Der Koffeingehalt
Ein hartnäckiger Mythos besagt, Espresso sei der stärkere Wachmacher. Das stimmt nur bedingt. Betrachtet man 100 ml, hat Espresso tatsächlich mehr Koffein. Da eine Tasse Filterkaffee (ca. 200 ml) aber deutlich größer ist als ein Espresso (ca. 25 ml) und das Wasser länger Kontakt mit dem Kaffeepulver hat, nimmst du mit einer Tasse Filterkaffee insgesamt mehr Koffein auf.
Fazit
Es gibt kein "Besser" oder "Schlechter". Filterkaffee ist ideal, um die feinen, fruchtigen Nuancen eines Kaffees zu entdecken. Espresso bietet einen intensiven, konzentrierten Körper und ist die perfekte Basis für Milchgetränke wie Cappuccino. In unserer Kaffeeschule in Kiel zeigen wir dir gerne, wie du beide Varianten perfekt zubereitest!



